Warum weniger muss zu mehr warum in unserem Leben führt

Vor einiger Zeit hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Ärztin. Sie hat mir erzählt, dass ihr Kind sich darüber beschwert hat, dass sie andauernd sagt was alles gemacht werden MUSS. Laut dem jungen Mann MUSS man nämlich gar nichts und wie Recht er damit doch hat.

Wie oft nimmst du das Wörtchen MUSS in den Mund? Wir müssen aufstehen, wir müssen uns beeilen, wir müssen arbeiten, wir müssen Sport machen, wir müssen uns entspannen, wir müssen, wir müssen, wir müssen…

Das Ärgerlichste daran ist, dass wir es ohne groß zu überlegen einfach immer und immer wieder verwenden, weil wir es vielleicht so in unserer Kindheit gelernt haben oder weil es manchmal auch bequemer ist, die Verantwortung für unser Tun abzugeben. Damit geben wir aber auch die Verantwortung für unser Leben ab, denn eigentlich ist ja eh schon alles geregelt, wir müssen nur noch mit dem Strom schwimmen.

Für mich geht es hier ganz eindeutig um die Entscheidungen, die wir täglich treffen und die Konsequenzen, die diese Entscheidungen nach sich ziehen.

Natürlich können wir uns entscheiden nicht aufzustehen, nicht zu arbeiten, keinen Sport zu machen und die Konsequenzen werden im ersten Moment keine großen sein, langfristig jedoch wahrscheinlich schon. Ohne zu wissen warum man sich so entscheidet wahrscheinlich keine gute Idee 🙂

Was können wir also tun um selbstbestimmt unseren Weg zu gehen?

Mein Vorschlag ist das Wörtchen MUSS durch das Wörtchen WILL auszutauschen. Ich versichere euch, das macht einen gewaltigen Unterschied, denn dadurch geben wir die Verantwortung für unser Handeln nicht mehr ab, sondern nehmen sie uns selbstbewusst.

Fremdbestimmt sein ist kein schönes Gefühl, aber in vielen Situationen kann ich für mich selbst entscheiden mit welcher inneren Einstellung ich dem Leben begegne. Das macht etwas mit mir, plötzlich bin ich verantwortlich für meine Entscheidungen und was noch dazu kommt: Ich MUSS keine Entscheidungen mehr treffen, ich WILL sie treffen und damit mich selbst, mein Umfeld und letzten Endes mein Leben gestalten.

Mein WAS ändert sich dadurch wahrscheinlich nicht, aber mein WARUM verändert sich bzw. wird dadurch erst richtig präsent. Und wir alle brauchen ganz viel WARUM in unseren Leben, denn wenn ich weiß warum ich etwas mache oder etwas passiert kann ich alle Herausforderungen, die mir auferlegt werden, leichter meistern.

Das heißt natürlich nicht, dass wir unreflektiert jedes MUSS in ein WILL umdenken sollen. An erster Stelle steht ein achtsames beobachten und reflektieren der Anforderungen in unserem Leben. Also jede Situation, die uns ein „Ich muss…“ entlockt. Hier können wir uns zum Beispiel diese Fragen stellen:

  1. Warum muss ich diese Handlung tun?
  2. Bringt dieses Tun mich weiter in meiner persönlichen Entwicklung?
  3. Ist dieses Tun für mich notwendig um zu (über-)leben?
  4. Ist es für MICH wichtig dies zu tun, oder ist es jemand anders, der dieses Tun einfordert?
  5. Ist es notwendig es genau jetzt zu tun, oder kann es auch warten? Was passiert, wenn ich damit noch warte?

Diese Fragen sollen beispielhaft zeigen, dass selbstbestimmtes Handeln nur dann möglich ist, wenn man den gesamten Umfang seiner Entscheidungen erkannt hat.

Jede Handlung, die ich setze soll mich meinen Zielen (seien es meine Lebensziele oder ein kurzfristiges Ziel) näher bringen. Wenn sie das nicht tut und auch nicht lebensnotwendig ist, dann entscheide ich mich dafür es nicht zu tun. Bei allen verbleibenden Anforderungen entscheide ich mich für selbstbestimmte Entscheidungen mit weniger MUSS und umso mehr WARUM.

In meinem Leben gibt es viele Anforderungen – meine persönlichen Top 9 möchte ich euch jetzt vorstellen:

Ich muss keine Zeit mit Freunden und der Familie verbringen, ich WILL Zeit mit ihnen verbringen. Denn ich weiß, dass es wichtig für mein seelisches Wohlbefinden ist ein starkes und liebevolles Umfeld zu haben.

Ich muss nicht mit meinen Kindern zum 100. Mal Uno spielen, ich WILL mit ihnen Uno spielen. Denn dadurch pflege ich mein inneres Kind, bewahre mir kindliche Freude und verbringe wertvolle Zeit mit den wichtigsten Menschen in meinem Leben.

Ich muss nicht arbeiten, ich WILL arbeiten. Denn erstens mag ich meine Arbeit und ich verdiene auch noch das Geld mit dem wir unser Leben, genauso wie wir es uns vorstellen, leben können.

Ich muss nicht wieder was für meinen Blog schreiben, ich WILL wieder etwas schreiben. Denn ich möchte dich an meinem Weg teilhaben lassen und ein Teil deiner persönlichen Geschichte werden. Außerdem macht es mir wirklich viel Spaß 😊

Ich muss keinen Sport machen, ich WILL Sport machen. Denn wenn ich mich bewege, dann fühle ich mich frei und spüre mich in meiner Ganzheit.

Ich muss mich nicht entspannen, ich WILL mich entspannen. Denn in der Entspannung bleibt mein Gedankenkarussell endlich stehen.

Ich muss nicht positiv denken, ich WILL positiv denken. Denn dadurch verändere ich nicht nur meinen Tag, sondern (zwar langsam, aber ganz sicher) auch mein Umfeld.

Ich muss mich nicht weiterbilden, ich WILL mich weiterbilden. Denn nur dadurch bleibe ich neugierig und kann an mir selbst wachsen.

Ich muss mich nicht gesund ernähren, ich WILL mich gesund ernähren. Denn mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es für mich in meiner Ganzheit besser ist, wenn ich mich mit hochwertigen, frischen und natürlichen Lebensmitteln belohne.

Das sind nur einige Beispiele für Möglichkeiten das Wörtchen MUSS durch das Wörtchen WILL auszutauschen – sicher hast du auch viele persönliche Beispiele, die du hier anwenden kannst. In welchen Situationen wirst du in nächster Zeit WILL statt MUSS verwenden??

„Hat man sein Warum des Lebens,
so verträgt man sich fast mit jedem Wie“
(Friedrich Nietzsche)

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