Heute bin ich dankbar für…

Nicht die Glücklichen sind dankbar, es sind die Dankbaren die glücklich sind

(Francis Bacon)

Als ich vor mittlerweile mehr als 5 Jahren mit meinen beiden Jungs schwanger war, war ich einfach nur dankbar. Dankbar dieses Wunder miterleben zu dürfen.
In dieser Zeit ist mir das Zitat von Francis Bacon untergekommen und ich habe es zu meinem (inoffiziellen und damit auch nicht immer zwingend angewendeten) Motto gemacht.

Ich war super zufrieden mit meiner dankbaren Einstellung, bis ich auf meinem Weg zu mehr Achtsamkeit und einem Leben aus ganzem Herzen immer wieder über etwas gestolpert bin:

Dankbarkeitspraxis.

Praxis.

„Verdammt“ dachte ich mir, da hilft mir jetzt meine Dankbarkeitseinstellung nicht mehr weiter.

Also habe ich nach einem Weg für mich gesucht, Dankbarkeit zu praktizieren.
Bevor ich euch meine Dankbarkeitspraxis genauer vorstelle, möchte ich euch erzählen, wie Dankbarkeit mein Leben beeinflusst.

Dankbarkeit als Scheinwerfer auf die alltägliche Magie der kleinen Dinge

Wenn ihr schon länger bei mir rein lest, habt ihr wahrscheinlich schon festgestellt, dass ich ein großer Fan meines Alltags und der Magie der kleinen Dinge bin.

Dankbarkeit heißt für mich, jede Gelegenheit und jeden Augenblick als Geschenk anzunehmen. Dankbar zu sein bedeutet achtsam wahrzunehmen, was das Leben einem bietet und in all diesen Momenten Chancen zu erkennen. Wie ihr euch denken könnt, ist mein Alltag mit Familie, Job und meinen ziemlich zeitintensiven Nebenbeschäftigungen nicht immer rosarot. Oft ist er auch neblig grau oder es ziehen Gewitterwolken auf. Und in diesen Momenten, wo wieder einmal das Chaos regiert, ich nicht ausgeschlafen bin, ich hektisch bin weil Besuch kommt oder alles nicht schnell genug für mich geht, versuche ich mich mit meinen Dankbarkeitsmantren – „Ich bin dankbar für meine Familie“, „Ich bin dankbar für meinen Job“, „Ich bin dankbar für die Sonne am Tag und den Regen in der Nacht“, „Ich bin dankbar für unseren Geschirrspüler“ usw. Ich schreibe hier absichtlich „versuchen“, denn ich schaffe es ungefähr genauso oft aus solchen Situationen positiv heraus zu kommen, wie ich es nicht schaffe. Aber das sind schon 50% mehr als noch vor ein paar Monaten und in ein paar Jahren, wenn sich meine „Dankbarkeit“ endlich in mir drinnen häuslich eingerichtet haben wird, werden es vielleicht 80-90% sein.

Dankbarkeit als Lichterkette der Freude

Joy is not a constant. It comes to us in moments – often ordinary moments. Sometimes we miss out on the bursts of joy because we’re too busy chasing down the extraordinary moments. (…) I believe a joyful life is made up of joyful moments gracefully strung together by trust, gratitude and inspiration.

(Brené Brown)

Brené Brown schreibt über Lichterketten als Metapher für Freude. Freude kann kein Dauerzustand sein, Freude entsteht in kleinen magischen Momenten, die sich wie bei einer Lichterkette zu einem funkelnden Gesamtkunstwerk verbinden.

Es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und es gibt auch kein gutes Leben ohne schwierige Zeiten. Dankbarkeit hilft mir aber, vor allem in schwierigen Zeiten die richtige Perspektive zu behalten. Es ist nie ALLES SCHLIMM,  genauso wie nie ALLES GUT ist und sehr oft weiß man erst viel später ob eine Lebenssituation nun wirklich schlimm oder vielleicht nicht doch gut war.

Manchmal habe ich das Gefühl, wir hindern uns selbst daran Freude zu empfinden. Oft ist die Situation entweder noch nicht gut genug, um sich darüber zu freuen oder viel zu gut um wahr zu sein.

Auch hier hilft mir Dankbarkeit, denn sie zeigt mir, dass mein Leben gerade jetzt gut genug ist und dass ich es mir verdient habe mich zu freuen, wenn es gerade gut läuft. Ich habe ja schon öfter über die Frage „Bin ich gut genug?“ geschrieben, aber erst seit ich bewusst Dankbarkeit praktiziere kann ich diese Frage in (ich lehne mich jetzt ziemlich weit aus dem Fenster) 60-70% der Fälle mit „JA!!!“ beantworten. An den restlichen 30-40% arbeite ich noch 🙂

Dankbarkeit als Leuchtturm im Meer der Wünsche und Ziele

Oft lese ich, dass man sich als Mensch ständig weiter entwickeln soll oder sogar muss. Nach Höherem streben, nach mehr und mehr.

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich habe wirklich große Probleme mit der Umsetzung. Ideen habe ich tausende, aber nicht die Zeit und vor allem auch nicht die Kraft mich ständig zu entwickeln. Bitte versteht mich nicht falsch – Entwicklung ist wichtig, aber nicht um jeden Preis und immer im eigenen Tempo.

Aber auch hier hat mir „dankbar zu sein“ geholfen, denn durch meinen Fokus auf die Dinge in meinem Leben, für die ich dankbar bin weiß ich jetzt viel genauer wohin mein Weg führen soll und ich kann mich langsam, manche würden vielleicht sogar von Schildkrötentempo sprechen, zu dem Menschen entwickeln, der ich sein will.

Meine Dankbarkeitspraxis

Happiness can be found even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light.

(Albus Dumbledore)

Mein Lieblingszitat von Albus Dumbledore gibt auch dieses Mal genau das wieder, was ich bei meiner täglichen Dankbarkeitspraxis empfinde. Ganz egal wie chaotisch, neblig oder auch gewittrig mein Leben gerade ist, Freude und Glück finde ich durch meinen „Lichtschalter“: mein Dankbarkeitstagebuch!

tagebuch

Jeden Tag stelle ich mir morgens und abends 3 Fragen.  Die Fragen variieren immer ein bisschen, zwei Fragen sind aber immer mit dabei:

Morgens: wofür bin ich jetzt gerade dankbar?

Abends: wofür bin ich heute dankbar?

Meine weiteren Fragen sind dann zum Beispiel:

Morgens:

Worauf freue ich mich heute besonders?
Was möchte ich heute unbedingt erledigen?
Was werde ich heute für mich und was für andere tun?

Abends:

Was war heute mein WOW Moment?
Wo habe ich heute die Magie der kleinen Dinge gefunden?
Worüber habe ich heute gelacht?
Worüber habe ich mich geärgert?
Habe ich das, was ich erledigen wollte gemacht? und wenn nicht – warum nicht?

Dadurch sehe ich in meinem Leben die funkelnden Lichter der Freude, den Spot auf meinen magischen, alltäglichen Dingen und den großen Lichtkegel meines Leuchtturms, der mir meinen Weg vorgibt.


Wie übt ihr euch in Dankbarkeit?

Habt ihr vielleicht auch eine Praxis, die man mit der gesamten Familie durchführen kann?

2 Comments

  1. Keariel

    Tolle Ideen! Es ist notwendig, dankbar zu sein, wenn man wirklich glücklich sein will. Ich habe der deutsche Satz gelernt, „Wer das Kleine nicht ehrt, ist des Grosse nicht wert.“ Dieser Satz hilft mir, ganz dankbar zu sein.
    Jede Moment muss nicht perfekt sein. Das Leben ist nicht stagniert und soll nicht so sein. Wir koennen aber jede Moment mit der richtigen Perspektive schoen machen! 🙂

    „Es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und es gibt auch kein gutes Leben ohne schwierige Zeiten. Dankbarkeit hilft mir aber, vor allem in schwierigen Zeiten die richtige Perspektive zu behalten. Es ist nie ALLES SCHLIMM, genauso wie nie ALLES GUT ist und sehr oft weiß man erst viel später ob eine Lebenssituation nun wirklich schlimm oder vielleicht nicht doch gut war.“ Sehr gut gesagt!!

  2. Keariel

    Also, I find your list of daily reflections very interesting– it’s strangely similar to a list like that which I made for myself about a month ago!! 🙂

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