wie man Entscheidungen trifft

Lass uns doch mal reden…
darüber, wie man Entscheidungen trifft.

Täglich treffen wir tausende Entscheidungen. Viele davon aber völlig unbewusst, dennoch denken wir, dass wir uns frei entscheiden können.

Unser Gehirn trifft Entscheidungen sehr oft auf Basis der Erfahrungen, die wir bisher in unserem Leben gemacht haben. Sobald wir im Autopilotmodus sind, entscheiden wir uns automatisch für die Möglichkeit, für die wir uns auch schon in der Vergangenheit entschieden haben. Das ist im Alltag sehr hilfreich – denn mich zu entscheiden ebenfalls zu bremsen, wenn das Auto vor mir bremst, ist auf jeden Fall sinnvoll.

Was passiert aber nun, wenn man eine Zeit lang nicht mehr im Autopilot unterwegs ist? Wenn der Geist bereit ist NEUES wahrzunehmen und zu lernen? Dann müssen wir Entscheidungen bewusst treffen und das bereitet oft, zumindest mir, schon gehörige Schwierigkeiten. Dann heißt es plötzlich „raus aus der Komfortzone“ und neue Verhaltensmuster etablieren.

Seit ich diesen kleinen, feinen Blog ins Leben gerufen habe versuche ich so oft wie möglich aus dem Autopiloten auszusteigen. Das funktioniert zwar nicht immer einwandfrei, aber ich habe schon das Gefühl, dass ich mich im letzten Jahr viel bewusster mit meinem Leben auseinandergesetzt habe. Es geht hier auch nicht unbedingt um die „großen“ Entscheidungen des Lebens – wie den Entschluss zu heiraten, Kinder zu bekommen oder den Job zu wechseln, sondern eher um „eingefahrene Muster“, die erstmal erkannt werden sollten um dann zu schauen, ob diese Muster noch zu mir passen. Dann versuche ich eine Entscheidung zu treffen, die sich so gut anfühlt um mich dann nicht mehr jeden Tag aufs neue entscheiden zu müssen.

Beispiele gefällig?

„Natur pur“

Im Oktober des vergangenen Jahres habe ich begonnen darüber nachzudenken, wie mein Morgen immer verläuft. Vor allem der Tagesbeginn ist von eingefahrenen Mustern geprägt und bei mir war eines davon das „Schminken“. Ich habe mich nie wirklich auffällig geschminkt (dafür hab ich auch absolut kein Händchen), aber ohne Maskara und getönter Tagescreme habe ich mich irgendwie nackt gefühlt. Sich zu schminken ist ja an sich nichts Schlechtes, sofern man auf eine gute Qualität der Produkte achtet – allerdings hatte ich am Abend immer wieder extrem gerötete Augen (wirklich, ich hab ausgesehen wie ein „Walker“ aus Walking Dead…). Ich habe das Muster also erkannt und mich bewusst dafür entschieden, mich nicht mehr zu schminken. Mittlerweile hat sich auch mein Umfeld an meinen blasseren Teint gewöhnt und ich spare Geld und helfe der Umwelt, indem ich um einiges weniger Müll produziere.

„Ab heute lebe ich vegan“

Schon in meiner Jugend habe ich mich ein paar Jahre lang vegetarisch ernährt. Damals wollte ich einfach keine Tiere mehr essen, allerdings hatte ich bei weitem nicht genügend Durchblick um mich gesund zu ernähren. Zu dieser Zeit habe ich mich hauptsächlich von Fast Food, Nutella, Kartoffelpüree aus dem Packerl und Chips ernährt. Also wirklich nix mit ausgewogen.

In den letzten Jahren habe ich mich dann, hauptsächlich aus dem Wunsch heraus meinen Kindern ein gesundes Verhältnis zu Ernährung näher zu bringen, intensiv mit Nahrungsmitteln und unterschiedlichen Ernährungsformen auseinandergesetzt. Lange war ich dann ein Verfechter einer „Ernährung nach Hausverstand“, also ausgewogen und von allem ein bisschen.

In den letzten Wochen habe ich mich dann bewusst mit den Mustern in meiner Ernährung auseinandergesetzt und festgestellt, dass „Ernährung nach Hausverstand“ eigentlich nichts anderes als ein eingefahrenes Muster ist, das sich einfach aus den Ernährungsgewohnheiten meiner Familie im engeren und unserer Gesellschaft im weiteren Sinne gebildet hat. Wie es der Zufall dann wollte (bzw. war es wahrscheinlich eher Schicksal) habe ich mich dann eines Tages dazu entschlossen, mir diverse Dokumentationen über die Auswirkungen der Viehzucht auf die Umwelt, die Auswirkungen von tierischen Produkten auf den menschlichen Körper und die (mehr als dubiosen) Praktiken der Nahrungsmittelindustrie anzusehen. Noch nie in meinem Leben war ich innerhalb kürzester Zeit von etwas so überzeugt wie von meiner Entscheidung ab sofort „vegan“ leben zu wollen.

Diese Entscheidung fiel mir leicht, da ich der Meinung bin ausreichend Informationen gesammelt zu haben um dieses Wagnis ohne Bedenken eingehen zu können. Mittlerweile weiß ich, im Gegensatz zu meinen jugendlichen, vegetarischen Jahren, wie man kocht und welche Produkte auf meinem Speiseplan nicht fehlen dürfen, um meinem Körper das zu geben was er braucht.

Natürlich betrifft diese Entscheidung aber nicht nur mich, sondern auch meine Familie. Nie würde es mir in den Sinn kommen, meinen Kindern oder meinem Mann ab sofort alle tierischen Produkte zu verbieten (das würde sowieso nicht funktionieren), aber dennoch haben wir als Eltern beschlossen, dass wir zuhause ab sofort vorwiegend vegan kochen und beobachten, wie es uns dabei geht. Butter, Milch und Eier werden sich aber auch in Zukunft in unserem Kühlschrank finden – ich biege dann einfach zu meinen veganen Aufstrichen und dem Kokosjoghurt ab

Meine Kinder sollen erleben, dass man auch ohne tierische Produkte gut essen kann, dass es aber auch okay ist, wenn sie bei Oma und Opa, im Kindergarten oder im Gasthaus mal ein Schnitzel mit Pommes essen. Und wenn sie dann alt genug sind sollen sie selbst entscheiden, wie sie sich ernähren wollen.

Mehr zu meinem Weg zu einem „veganen“ Leben wird es bald in einer eigenen Rubrik hier auf meinem kleinen, feinen Blog geben – mein Motto will ich euch aber nicht vorenthalten: „Leben und leben lassen“. Ich würde nie über jemanden urteilen, der auf Basis seiner Erfahrungen oder seines Wissens, Entscheidungen trifft. Und ich wünsche mir, dass auch über mich nicht geurteilt wird.


Entscheidungen sind da um getroffen zu werden und man sollte sie so treffen, dass sie das Leben bereichern (auch wenn die Veränderungen von außen nicht mal wahrgenommen werden).


Und du? Lass uns doch mal darüber reden, wie du Entscheidungen triffst und wann es dir entweder besonders leicht, oder besonders schwer fällt.

2 Comments

  1. Keariel

    As always, I enjoyed your words immensely! I’m excited that you’ve decided to go vegan. I don’t eat meat at home (though I do eat fish, dairy, and eggs), so that will make it easier for me when I live with you, plus it’s a grand cause anyhow!
    Ich wuensche dir eine schoene Woche~

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