Ab heute esse ich „pflanztastisch“

Vor einem guten Monat habe ich mich dazu entschlossen, mich ab sofort vegan zu ernähren. Keine Entscheidung in meinem bisherigen Leben hat so viele Kommentare hervorgerufen wie diese. 🤔 Anscheinend fühlt sich jeder dazu bemüßigt meinen neuen Lebensstil zu kommentieren oder zu hinterfragen. Ich habe das aber auch irgendwie herausgefordert, nicht umsonst habe ich in diversen sozialen Netzwerken und auch im realen Leben meine Entscheidung quasi hinausposaunt 📯 – deshalb freue ich mich meistens auch darüber, wenn mich jemand darauf anspricht, denn das zeigt mir, dass sich viele Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen und so soll es ja auch sein.

Ich stelle mich also als Versuchskaninchen zur Verfügung und ihr erfahrt aus erster Hand, wie es mir mit meiner „pflanztastischen“ Ernährung geht, wo die Schwierigkeiten liegen und wo es mir erstaunlich leicht fällt.

Die Entscheidung

Schon lange bevor ich mich wirklich dazu entschlossen habe tierische Produkte aus meinem Speiseplan zu verbannen, habe ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Als ich dann vor einigen Wochen alleine und krank zuhause war, war es für mich an der Zeit mir die vielen Dokumentationen zum Thema Veganismus anzusehen, die es mittlerweile gibt. Ich habe viel gesehen – von den Auswirkungen unserer exzessiven, weltweiten Landwirtschaft auf unsere Umwelt, über die Zustände, die in großen Tierhaltungsbetrieben und Schlachthöfen herrschen, bis zu den positiven Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, wenn man sich für eine pflanzenbasierte Ernährung entscheidet. In dem Moment, als ich den Fernseher ausgeschalten habe, war ich überzeugt. So überzeugt, dass ich es im ersten Moment überhaupt nicht verstanden habe, warum mein Mann nicht auch sofort überzeugt war. Nach mehreren Minuten Ärger und Unverständnis haben wir uns darauf geeinigt, dass wir uns noch weiter informieren wollen. Einige Stunden Informationssuche im Internet später stand unser Entschluss fest. Ich würde mich ab sofort vegan ernähren und zuhause wird zu 95% vegan gekocht. Nichtsdestotrotz ist es für mich völlig okay, wenn meine Familie weiterhin Milch trinkt, sich Butter aufs Brot schmiert und im Restaurant oder bei Familie und Freunden Fleisch isst. Denn was ich in der kritischen Auseinandersetzung mit meinem Mann und diesem Thema gelernt habe ist das:

Wenn ich von anderen Akzeptanz für meine Entscheidung erwarte, dann muss ich auch deren Entscheidungen akzeptieren. Außerdem steht es mir nicht zu, meiner Familie meinen Lebensstil aufzuzwingen.

Ich kann aber meinen Kindern und meinem Umfeld zeigen, dass man vegan nicht nur leben kann, sondern sogar richtig gut leben kann. Und das ist mein Ziel und so war es also an der Zeit für mich, mich auf dieses neue Abenteuer vorzubereiten.

Social Media macht es einem wirklich leicht (oder eher schwer). Nach der tausendsten Buddha Bowl, die ich gesehen habe dachte ich mir nur: woher haben diese Menschen nur die Zeit, Bowls mit 30 verschiedenen Zutaten und genauso vielen Farben täglich herzustellen? Und ist das nicht mega teuer, wenn man immer so viel unterschiedliches Gemüse und Obst zuhause haben muss? Wie soll das denn als arbeitende Mama funktionieren?

Familientaugliche, vegane Ernährung soll es also sein.

Dann habe ich mich in den Supermärkten meines Vertrauens einmal umgesehen und ein mehr oder weniger großes Angebot an veganen Produkten entdeckt. Da gibt es alles, von veganen Aufstrichen bis zu veganer Wurst und veganem Käse. (Der Preis ist meistens zum Fürchten, aber dann habe ich mir überlegt, wie viel wohl einem Milchbauern übrig bleibt, wenn man Milch und Käse zum Spottpreis im Supermarkt bekommt. 🤔) Ich habe allerdings noch nie verstanden, warum man als Veganer auf diese Ersatzprodukte zurückgreifen wollen könnte – schmeckt mir einfach nicht (abgesehen von den veganen Aufstrichen, die ich liebe) und bei den meisten dieser Produkte verstehe ich nicht einmal die Zutatenliste.

Veganer Käse und vegane Würstel werden wohl nicht regelmäßig den Weg in unseren Kühlschrank finden.

Nach den ersten Großeinkäufen war es dann soweit – adé tierische Produkte. Und was soll ich sagen – es ist wirklich leichter als befürchtet.

„Was kannst du denn eigentlich noch essen?“ –  Jede Art von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Reis, Getreide, Nudeln (viele handelsübliche sind ohnehin ohne Ei) und Sojaprodukte. Und ich gebe es zu – auch Soletti, Pommes, die meisten Chips, Wein und Bier sind vegan. 😉

„Und was kocht ihr dann so?“ – Sehr gerne kochen wir mit Bohnen und Kichererbsen, Currys, Chili, Salate und Suppen, aber auch Kichererbsen Burger stehen, vor allem auch bei den Kids, hoch im Kurs.

Für mich ist es tatsächlich kein Verzicht, sondern eben eine bewusste Entscheidung, und dass ich dadurch auch weniger Schokolade, Kuchen oder Eis esse schadet mir auch nicht wirklich 🙂

Aber natürlich ist nicht alles rosarot und happy peppi. Ich wohne ja nicht wirklich in einer Großstadt, deshalb ist das Angebot an wirklich guter Bioqualität bei veganen Produkten, an verschiedenen Gemüsesorten im Supermarkt beziehungsweise veganer Gerichte auf den diversen Speisekarten der örtlichen Restaurants überschaubar. Vegan leben in der Stadt ist definitiv einfacher als bei uns am Land. Aber es ist nun mal wie es ist und ich will da auch wirklich nicht päpstlicher sein als der Papst. Auch mit dem vorhandenen Angebot kommen wir gut aus, ab und zu werde ich mich auf in die große Stadt machen und mich mit Köstlichkeiten ausstatten und wenn wir einmal essen gehen, es kein veganes Gericht gibt und ich keine Lust auf Salat habe, werde ich beim Verzehr eines „nur“ vegetarischen Gerichtes nicht an Ort und Stelle zu Grunde gehen. 🙂

Zusammenfassend kann ich also mit gutem Gewissen sagen:

Für MICH war es eine wirklich gute Entscheidung, meine Ernährung auf pflanztastisch umzustellen. Ich hatte im letzten Monat kein einziges Mal körperliche Beschwerden nach dem Essen, ich fühle mich gut und trauere nicht einmal meinem geliebten „Käsewurst-Kornspitz“ nach. Ich habe das Glück eine Familie zu haben, die Gemüse liebt und offen für Neues ist und deshalb denke ich, dass wir diese Reise noch lange mit Freude und Genuss gehen werden. 🙂

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