Goldsternchen und römische 1er

Ich muss euch etwas gestehen: Ich LIEBE „Goldsternchen“ und „römische 1er“. Ich brauche das „auf die Schulter klopfen“, das „gut gemacht“, das „wie schaffst du das nur alles“, das „ich bin stolz auf dich“, den „Daumen hoch“. Mein Problem?

Ich frage nur ganz selten nach Feedback. Zumindest bei den Dingen, die wirklich von Bedeutung sind. Das hat zwei Gründe:

  1. Wer bekommt schon gerne negatives Feedback? Also ich rechne ja vorsichtshalber schon mal immer mit negativem Feedback, aber bekommen möchte ich es auf keinen Fall.
  2. Wie schaut denn das aus, wenn ich dauernd nach Lob hasche? Das ist doch wirklich nicht professionell und auch nicht gut für den familiären Frieden.

Ich möchte also bitte (wenn möglich ausschließlich positives) Feedback, ohne danach fragen zu müssen.

Die Krux daran ist aber, dass es in meinem Umfeld sehr viele Menschen gibt, die mit Lob sehr sparsam umgehen. Das sind alles liebevolle und umsichtige Menschen, aber ihre Anerkennung drücken sie nur selten explizit aus. Ich glaube ich bin eigentlich auch so ein Mensch…

Noch dazu kommt, dass ich in einem Job arbeite, der nur selten greifbare Ergebnisse liefert. Keine tatsächlichen Ergebnisse – kein explizites Feedback. Da ist es schwierig Produktivität zu messen und für mich „Goldsternchen-Liebhaberin“ darum besonders zermürbend.

Wo bekomm ich denn nur meine Goldsternchen her?

Und da sind sie wieder, die Achtsamkeit und meine Selbstreflexion und beide gemeinsam haben mir gezeigt, wie ich mir schon seit einiger Zeit meine römischen 1er selbst holen kann. 🙂

  1. Ich glaube deshalb habe ich diesen kleinen, feinen Blog überhaupt ins Leben gerufen. Ich stelle mich nach vorne, schreibe über mich und bekomme Rückmeldungen dazu (vielen Dank an dieser Stelle an alle, die mir Feedback geben – ihr wisst jetzt wie viel mir das bedeutet).
  2. In meinen Kursen bekomme ich von den Teilnehmerinnen (ja es sind bisher tatsächlich nur Damen 😉 ) sehr oft direktes Feedback. Ich bin mir sicher, dass ich u.a. darum so gerne diese Kurse gebe.
  3. In meinem Job versuche ich gerade neue Maßstäbe für Produktivität für mich zu finden und Feedback einzufordern, wo ich es für notwendig halte.
  4. Zuhause gebe ich mir selbst „goldene Sternchen“, wenn ich die Küche zusammengeräumt, Wäsche gewaschen oder mal wieder für die ganze Familie gepackt habe. Das ist viel besser für mein Seelenheil, als darauf zu warten für jede dieser Tätigkeiten ein „gut gemacht“ zu bekommen – denn wie ich ja schon vorher erwähnt habe: ich spare auch gerne mit Lob für andere bei alltäglichen Dingen.

Mein Tipp an alle, die auch „Goldsternchen“ lieben, aber zu wenig Feedback bekommen? Ihr habt zwei Möglichkeiten, die sich nicht unbedingt gegenseitig ausschließen.

  • Fordert Feedback ein, wenn ihr es benötigt. Viele Menschen sind sich nicht bewusst wie viel Feedback ihr Gegenüber benötigt und geben gerne welches, wenn sie danach gefragt werden. Seid euch aber auch bewusst, dass das Feedback vielleicht nicht so ausfällt, wie ihr es euch vorher ausgemalt habt.
  • Gebt euch selbst Feedback und Lob. „Eigenlob stinkt?“ – nein, ganz und gar nicht, solange es nicht überhand nimmt und es dir hilft dich gut zu fühlen. Wir alle können uns super selbst klein und uns dafür fertig machen, was wir schon wieder alles falsch gemacht haben. Wir alle haben aber auch das Recht und die Pflicht gut zu uns zu sein und uns für Dinge, die wir gut gemacht haben, zu loben!!

Also mehr „Goldsternchen“ für alle!!!!

 

2 Comments

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s