„so vegan wie möglich“ – meine ultimativen Tipps

Seit einem halben Jahr versuche ich mich vegan zu ernähren. Bin ich nun also vegan? Ääähm – nein. Zumindest nicht immer und zu 100%. Macht mir das was aus? Ääähm – absolut nicht.
Vegan zu leben ist nicht leicht, zumindest nicht für mich. Das mag an meiner Lebenssituation liegen, an meinem Wohnort oder einfach an meiner Liebe zu Käse. Woran auch immer es liegt – ich bin eben einfach nur „so vegan wie möglich“ und stolz darauf.

Wenn auch du mit dem Gedanken spielst deine Ernährung umzustellen, aber auch deine Lebenssituation, Wohnort oder dein Verlangen nach bestimmten tierischen Produkten dich bis jetzt davon abgehalten hat, dann habe ich ein paar Tipps für dich.


Mein ultimativer Tipp: Finde für dich heraus, warum du vegan sein möchtest

Du hast genug vom Tierleid, das die Massentierhaltung und Schlachtung im Akkord mit sich bringt? Du möchtest etwas für deine Gesundheit tun? Du möchtest nachhaltig leben und deshalb etwas gegen einen der größten Verursacher von CO2 Emissionen ( das ist übrigens die Tierhaltung) tun?

Das sind alles super gute Gründe um vegan leben zu wollen, aber warum ist es so wichtig für dich selbst herauszufinden, warum gerade DU vegan leben möchtest?

Vegan zu leben ist immer noch ein kontroverses Thema, das für viele Menschen, die (so wie die meisten von uns) mit einer sehr fleischbasierten Ernährung aufgewachsen sind, große Emotionen hervorrufen kann. Mach dir vorab klar, dass diese Menschen Kritik am veganen Lebensstil nicht böswillig kund tun, sondern nur ihre eigenen Gewohnheiten (verständlicherweise) sehr lieb gewonnen haben – denn schließlich sind sie ja den größten Teil ihres Lebens recht gut damit gefahren.

Und genau deshalb ist es so wichtig, dass DU genau weißt, warum DU vegan leben möchtest. Es geht hier nicht darum andere von diesem Lebensstil zu überzeugen, sondern den richtigen Weg für DICH zu finden. Es wird mit Sicherheit Diskussionen geben, deshalb solltest du diesen mit DEINEN Gründen entgegentreten. Dein Leben – dein Körper – deine Entscheidung.

Meine Gründe „so vegan wie möglich“ zu leben?
In erster Linie kann ich persönlich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren, dass Tiere für mich sterben müssen. Ich bezeichne mich als tierlieb und meine Tierliebe endet nicht bei meinen Katzen, den Hunden in der Nachbarschaft, Pferden oder anderen Haustieren. Meine Tierliebe umfasst alle Tiere (naja mit Ausnahme von Gelsen und Nacktschnecken 😉 ).
Zweitens habe ich für mich erkannt, dass es nun mal keinen Planet B für uns gibt und deshalb jeder von uns in der Verantwortung steht, die Erde, die wir haben zu schützen.
Und das Thema Gesundheit? Nun ja nach 6 Monaten „so vegan wie möglich“ kann ich euch sagen, dass ich kein einziges Mal meine früher üblichen Bauchschmerzen nach dem Essen hatte und sich auch das berühmt berüchtigte Suppenkoma nach dem Essen für mich in Luft aufgelöst hat. Bin ich jetzt gesünder als vorher? Keine Ahnung – aber ich fühle mich großartig.


Mein ultimativer Tipp: Lass die Finger von veganen Ersatzprodukten

In den letzten Jahren hat sich rund um das Thema „Veganismus“ ein riesiger Markt aufgebaut. Immer mehr Unternehmen sehen die wachsende Zahl an vegan lebenden Menschen und wollen natürlich auch mit diesen Menschen ihr Geld verdienen.

Es erstaunt mich immer wieder, welche veganen Produkte es schon im Supermarkt zu kaufen gibt. Veganer Käse, vegane Bratwurst, veganes Schnitzel… Und noch mehr erschreckt es mich, wenn ich mir die Inhaltsstoffe dieser Produkte ansehe. Ganz ehrlich – ich denke nicht, dass das gesund ist.

Wenn für dich das Thema Gesundheit dein Grund ist um vegan leben zu wollen, dann kauf dieses Zeug bitte nicht. Das macht das vegane Leben zwar nicht gerade einfacher, aber auf jeden Fall gesünder und nachhaltiger.

Aber wie sollst du dich denn nun, ohne diese Ersatzprodukte vegan ernähren?
Ganz einfach: Lass das Fleisch, die Milchprodukte und die Eier weg 😉

Es gibt 1.000.000+ vegane Rezepte, die ganz ohne diese Ersatzprodukte auskommen (zur Klarstellung: Tofu zählt für mich nicht als veganes Ersatzprodukt, denn Tofu gibt es schon seit dem Altertum 🙂 ).

Sei kreativ und du kannst sogar viele klassische Rezepte ohne tierische Produkte zubereiten.

Wenn du Kochbücher auch so liebst wie ich, dann kann ich dir uneingeschränkt folgende Kochbücher empfehlen (und würde mich freuen, wenn du diese in der Buchhandlung ums Eck und nicht in den Weiten des Internets besorgst):

Immer schon vegan (Katharina Seiser, Brandstätter Verlag)
Vegan, regional, saisonal (Lisa Pfleger, Ulmer Verlag)

Einige Rezepte findest du auch hier auf meinem kleinen, feinen Blog und es werden laufend mehr.

Und wenn du ein Gericht von Herzen liebst und da nun mal der Käse drinnen sein MUSS, dann iss es doch einfach – ich denke nicht, dass du daran zugrunde gehen wirst ;-).


Mein ultimativer Tipp: Mach dir beim auswärts essen keinen Stress

Zuhause vegan zu kochen funktioniert in meiner Familie super gut. Problematisch wird es mit der veganen Ernährung allerdings, wenn wir auswärts essen gehen.

Vegetarische Gerichte findet man schon auf jeder Speisekarte, vegan zu kochen stellt aber anscheinend viele Küchen noch vor eine Herausforderung.

Wenn Salat für dich ein vollwertiges Hauptgericht ist, dann ist das für dich „a gmahte Wiesn“, denn die meisten Restaurants haben zumindest Salat im Repertoire.

Für mich ist Salat leider kein vollwertiges Essen (zumindest nicht im Restaurant) und deshalb gehe ich hier meistens den Weg „gut genug ist genug“ und suche mir das vegetarische Gericht aus, das noch am ehesten Richtung vegan geht. 😉

Ist das vegan? Natürlich nicht, aber es ist eben „so vegan wie möglich“ und mir ist es den Stress nicht wert verzweifelt nach einer veganen Alternative zu suchen. Manch einer wird das zwar als halbherzig vegan und vielleicht auch als zu bequem bezeichnen… Kann schon sein, aber für mich passt es eben so.

Also finde deinen eigenen Weg, wie du stressfrei und vor allem ohne schlechtes Gewissen auswärts „so vegan wie möglich“ essen kannst!


Mein ultimativer Tipp: Zeig dem Perfektionsmus die kalte Schulter

Wenn man sich in den sozialen Netzwerken und auf einschlägigen veganen Foodblogs so umsieht, dann könnte man fast glauben, dass nur extrem kreative Menschen vegan leben. Menschen, die wunderschön angerichtete und verzierte Gerichte quasi im vorbeigehen aus dem Ärmel schütteln und schon früh morgens fünf verschiedene Sorten vegane Pancakes für ihre Familie backen. Nicht zu vergessen die Menschen, die aus Obst süße Tierchen basteln…

Im Vergleich dazu schaut das, was ich auf meinem Teller habe dann immer irgendwie wie Essen zweiter Klasse aus und mein Perfektionismus meldet sich zu Wort.

Ich bin froh, dass ich diesem mittlerweile die kalten Schulter zeigen kann und das rate ich dir auch. Denn wenn man dieses Phänomen objektiv betrachtet, dann wollen diese Menschen in den sozialen Netzwerken und auf ihren Blogs ihre Rezepte „verkaufen“ und da hilft es natürlich ungemein, wenn das Essen wie gemalt aussieht.

Was Essen aber eigentlich sein sollte ist: nahrhaft und g’schmackig. Mehr braucht es nicht um unsere Bedürfnisse in Punkto Essen zu befriedigen.

Also koch dir Essen, das dir schmeckt und iss es, solange es noch die richtige Temperatur hat 😉


Mein ultimativer Tipp: Fang an zu lesen

Es wird gemunkelt, dass ein Veganer bei seinem Wocheneinkauf mehr liest, als omnivore (= alles(fr)essende) Menschen in einem ganzen Monat.

Und ich kann das tatsächlich bestätigen. Nicht nur, dass ich mich jetzt vermehrt lesend mit dem Thema Tierhaltung, Veganismus und Nachhaltigkeit auseinandersetze, die Zeit, die ich mit dem lesen von „Zutatenlisten“ auf diversen Produkten im Supermarkt verbringe, hat sich auch drastisch erhöht.

Wenn du dich „so vegan wie möglich“ oder auch „nur“ vegetarisch ernähren möchtest, rate ich dir die Zutaten auf deinen Lieblingsprodukten genau zu studieren. Oft verstecken sich da Ingredienzien, die du eigentlich nicht zu dir nehmen möchtest.

Es erstaunt mich immer wieder, in wie vielen Produkten zum Beispiel Milch- und/oder Eipulver enthalten ist – und ob der Menge dieser Produkte kann ich mir nur schwer vorstellen, dass diese Milch und diese Eier von glücklichen, freilaufenden Kühen und Hühnern kommen 😦 .


Meine ultimative Zusammenfassung

Beim Thema Ernährung gibt es aus meiner Sicht kein „in Stein gemeißeltes“ Richtig und Falsch. Es kommt wie immer auf die Balance an. Deshalb musst du deinen Weg finden, wenn du „so vegan wie möglich“ sein möchtest. Es ist zwar nicht immer einfach, aber es ist möglich und die Tiere, die Umwelt und dein Körper wird es dir auf lange Sicht danken.

 

2 Comments

  1. Cordula

    Hey 😊

    ein richtig toller Beitrag mit sehr nützlichen Tipps
    Ich sehe es genauso. Es geht nicht darum möglichst perfekt zu sein, sondern den für sich persönlich richtigen Weg zu finden 😊
    Und Stress sowie Perfektionismus hat da nichts zu suchen.
    Ich persönlich empfand vegan zu leben nie als schwer. Aber gesellschaftlich betrachtet, je nachdem wo auf Reisen oder zu Besuch man ist oder wo man eben auch wohnt, kann es schwierig werden veganes Essen zu finden. Insofern esse ich daher heute ab und an auch mal was Vegetarisches. Hauptsache man fühlt sich gut mkt seinen Entscheidungen. Ich denke das ist das Wichtigste 😊

    Lg

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